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Thermografie, Prüfgas oder Akustik: Welches Verfahren eignet sich zur Leckortung?

·Nuvesa Expertenteam·8 Min. Lesezeit

Thermografie, Prüfgas oder akustische Ortung: Erfahren Sie, wie die Verfahren funktionieren und welche Methode sich für welchen Wasserschaden eignet.

Thermografie, Prüfgas oder Akustik: Welches Verfahren eignet sich zur Leckortung?

Ein Wasserfleck an der Wand verrät noch nicht, wo eine Leitung beschädigt ist. Wasser kann sich unter dem Estrich, innerhalb einer Dämmschicht oder entlang von Rohren verteilen. Die sichtbare Feuchtigkeit liegt deshalb nicht zwangsläufig direkt an der eigentlichen Leckage.

Für eine professionelle Leckortung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Dazu gehören Thermografie, akustische Ortung, Prüfgas, Feuchtigkeitsmessungen, Druckprüfungen und Kamerainspektionen.

Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von der Art der Leitung, dem Gebäudeaufbau und dem jeweiligen Schadenbild ab. Häufig führt nicht ein einzelnes Messgerät zum Ergebnis, sondern die sinnvolle Kombination mehrerer Verfahren.

Warum gibt es verschiedene Verfahren zur Leckortung?

Nicht jedes Leck verhält sich gleich. Aus einer druckführenden Trinkwasserleitung tritt das Wasser anders aus als aus einer Abwasserleitung, die nur zeitweise genutzt wird. Eine Fußbodenheizung stellt wiederum andere Anforderungen als eine frei zugängliche Leitung im Keller.

Auch Materialien und Gebäudekonstruktionen beeinflussen die Untersuchung. Beton, Estrich, Dämmstoffe, Fliesen und Holz übertragen Geräusche und Temperaturen unterschiedlich.

Deshalb gibt es nicht das eine Verfahren, das jedes Wasserleck zuverlässig findet. Eine fachgerechte Leckortung beginnt mit der Untersuchung des Schadenbildes. Erst danach wird entschieden, welche Messtechnik sinnvoll ist.

Die wichtigsten Verfahren im Überblick

Feuchtigkeitsmessung: Eingrenzung betroffener Wand-, Boden- und Deckenbereiche

Thermografie: Heizungs- und Warmwasserleitungen, Temperaturverläufe

Ausreichender Temperaturunterschied

Akustische Ortung: Druckführende Leitungen, Verwertbares Leckgeräusch

Prüfgasverfahren: Kleine oder schwer auffindbare Leckagen. Leitung muss vorbereitet werden können.

Druckprüfung: Prüfung einzelner Leitungssysteme. Leitung oder Abschnitt muss prüfbar sein.

Kamerainspektion: Abwasserleitungen und zugängliche Hohlräume

Zugang für Kamera erforderlich

Färbemittelprüfung: Abläufe, Fugen und bestimmte Abdichtungsbereiche.

Kontrollierter Wassereinsatz muss möglich sein.

Die Übersicht bietet eine erste Orientierung. Welche Methode tatsächlich eingesetzt wird, entscheidet sich immer anhand der Situation vor Ort.

Feuchtigkeitsmessung: Wo hat sich das Wasser ausgebreitet?

Die Feuchtigkeitsmessung gehört häufig zu den ersten Schritten einer Leckortung. Dabei werden verschiedene Bereiche an Wänden, Böden oder Decken untersucht und miteinander verglichen.

So kann festgestellt werden:

  • welche Bereiche auffällig sind
  • wie weit sich die Feuchtigkeit ausgebreitet hat
  • wo die höchsten Messwerte liegen
  • ob angrenzende Räume betroffen sein könnten
  • ob Feuchtigkeit möglicherweise in der Dämmschicht steht

Feuchtigkeitsmessungen zeigen jedoch nicht automatisch die genaue Lage des Lecks. Der feuchteste Punkt muss nicht die Austrittsstelle sein. Wasser kann innerhalb der Konstruktion wandern und sich an tiefer liegenden Stellen sammeln.

Die Messwerte müssen deshalb gemeinsam mit dem Leitungsverlauf, dem Gebäudeaufbau und weiteren Untersuchungsergebnissen bewertet werden.

Thermografie: Temperaturunterschiede sichtbar machen

Bei der Thermografie wird eine Wärmebildkamera eingesetzt. Sie stellt Temperaturunterschiede an Oberflächen farblich dar.

Das Verfahren kann hilfreich sein, um:

  • den Verlauf einer Fußbodenheizung zu erkennen
  • Warmwasser- oder Heizungsleitungen einzugrenzen
  • ungewöhnliche Temperaturbereiche sichtbar zu machen
  • die Ausbreitung bestimmter Feuchtigkeitsbereiche zu beurteilen
  • gezielte weitere Messungen vorzubereiten

Damit die Thermografie verwertbare Ergebnisse liefert, muss ein ausreichender Temperaturunterschied vorhanden sein. Eine Heizungsleitung sollte beispielsweise in Betrieb sein, damit sie sich von ihrer Umgebung abhebt.

Kann eine Wärmebildkamera jedes Leck erkennen?

Nein. Eine Wärmebildkamera sieht weder Wasser noch Rohre direkt. Sie zeigt lediglich die Temperaturverteilung an der untersuchten Oberfläche.

Ein auffälliger Bereich kann auf austretendes warmes Wasser hinweisen, aber auch andere Ursachen haben. Dazu gehören Leitungsverläufe, Wärmebrücken, Sonneneinstrahlung oder unterschiedliche Baustoffe.

Thermografische Aufnahmen müssen deshalb fachgerecht ausgewertet und häufig mit Feuchtigkeitsmessungen oder anderen Verfahren ergänzt werden.

Akustische Leckortung: Das Leck hörbar machen

Tritt Wasser unter Druck aus einer beschädigten Leitung aus, entstehen Geräusche. Diese können sich über das Rohrmaterial und angrenzende Bauteile übertragen.

Bei der akustischen Leckortung werden empfindliche Messgeräte eingesetzt, um diese Geräusche zu erfassen. Durch Messungen an unterschiedlichen Punkten lässt sich der auffällige Bereich eingrenzen.

Das Verfahren eignet sich häufig für:

  • Trinkwasserleitungen
  • Heizungsleitungen
  • bestimmte Leitungen unter Estrich
  • Leitungen in Wänden
  • erdverlegte Druckleitungen

Welche Grenzen hat die akustische Ortung?

Nicht jede Leckage erzeugt ein deutliches Geräusch. Die Messung kann erschwert werden durch:

  • sehr kleine Undichtigkeiten
  • niedrigen Leitungsdruck
  • weiche oder stark gedämmte Rohrmaterialien
  • große Entfernung zur Schadstelle
  • Maschinen- und Verkehrsgeräusche
  • mehrere dicht nebeneinanderliegende Leitungen
  • dicke Bauteile und komplexe Bodenaufbauten

In einem lauten Gebäude oder an einer sehr kleinen Leckage kann deshalb ein anderes Verfahren geeigneter sein.

Prüfgasverfahren: Kleine Leckagen gezielt aufspüren

Beim Prüfgasverfahren wird die zu untersuchende Leitung kontrolliert vorbereitet und mit einem geeigneten Gasgemisch beaufschlagt. Dieses Gas kann durch sehr kleine Öffnungen austreten und wird anschließend mit einem empfindlichen Messgerät an der Oberfläche gesucht.

Das Verfahren kann besonders hilfreich sein:

  • bei sehr kleinen Leckagen
  • wenn kein deutliches Geräusch entsteht
  • bei Leitungen unter Estrich
  • bei schwer zugänglichen Rohrverläufen
  • wenn andere Verfahren kein eindeutiges Ergebnis liefern

Das Gas kann durch Fugen und poröse Baustoffe an die Oberfläche gelangen. Dort wird gemessen, an welcher Stelle eine erhöhte Konzentration auftritt.

Ist der höchste Messwert immer genau über dem Leck?

Nicht zwangsläufig. Auch Prüfgas kann sich innerhalb von Hohlräumen oder Dämmschichten bewegen. Deshalb müssen Leitungsverlauf und Bodenaufbau berücksichtigt werden.

Die Ergebnisse werden meist mit weiteren Messungen abgeglichen, bevor eine Stelle für die Freilegung markiert wird.

Druckprüfung: Ist das Leitungssystem überhaupt undicht?

Mit einer Druckprüfung lässt sich feststellen, ob ein geschlossenes Leitungssystem oder ein bestimmter Leitungsabschnitt Druck verliert.

Sie kann dabei helfen:

  • einen Verdacht auf eine Undichtigkeit zu bestätigen
  • Trinkwasser- und Heizungsleitungen getrennt zu prüfen
  • den betroffenen Leitungsabschnitt einzugrenzen
  • andere Ursachen des Druckverlusts auszuschließen

Die Druckprüfung zeigt zunächst, dass ein System möglicherweise undicht ist. Sie zeigt aber noch nicht automatisch, wo sich die Schadstelle befindet. Dafür sind anschließend weitere Ortungsverfahren notwendig.

Die Prüfung sollte fachgerecht erfolgen, damit keine Leitungen oder Bauteile durch ungeeignete Prüfdrücke beschädigt werden.

Kamerainspektion: Ein Blick in die Leitung

Bei einer Kamerainspektion wird eine kleine Kamera in eine zugängliche Leitung eingeführt. Das Verfahren wird vor allem bei Abwasserleitungen eingesetzt.

Damit lassen sich unter anderem erkennen:

  • Risse
  • beschädigte Rohrverbindungen
  • Ablagerungen
  • Fremdkörper
  • Verformungen
  • Wurzeleinwuchs
  • undichte Übergänge

Eine Kamera kann nur dort eingesetzt werden, wo ein geeigneter Zugang vorhanden ist und die Leitung ausreichend befahrbar ist. Zudem ist nicht jede Undichtigkeit allein auf dem Kamerabild zweifelsfrei erkennbar.

Färbemittelprüfung: Wasserwege nachvollziehen

Bei bestimmten Schadenbildern können geeignete Färbemittel eingesetzt werden. Damit lässt sich beispielsweise prüfen, ob Wasser aus einem Ablauf, einer Fuge oder einem bestimmten Bauteil in einen angrenzenden Bereich gelangt.

Das Verfahren kann hilfreich sein bei:

  • undichten Duschen und Badewannen
  • auffälligen Bodenabläufen
  • bestimmten Abwasserproblemen
  • Terrassen- oder Balkonanschlüssen
  • schwer nachvollziehbaren Wasserwegen

Eine Färbemittelprüfung muss kontrolliert durchgeführt werden. Andernfalls besteht die Gefahr, zusätzliches Wasser in bereits betroffene Bauteile einzubringen.

Welches Verfahren eignet sich für welchen Schaden?

Die Heizung verliert Druck

Zunächst sollten zugängliche Bauteile der Heizungsanlage geprüft werden. Besteht anschließend der Verdacht auf eine verdeckte Leitung, können Druckprüfung, Thermografie, akustische Ortung oder Prüfgas zum Einsatz kommen.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag „Die Heizung verliert Druck: Ist eine Leitung undicht?“.

Eine Wand ist feucht

Hier wird zunächst die Ausbreitung der Feuchtigkeit untersucht. Danach können abhängig von den vorhandenen Leitungen Thermografie, Akustik, Druckprüfung oder weitere Verfahren folgen.

Unter dem Estrich wird Wasser vermutet

Bei Leitungen im Boden können Feuchtigkeitsmessung, Thermografie, akustische Ortung und Prüfgas miteinander kombiniert werden. Zusätzlich muss geprüft werden, ob bereits Wasser in die Dämmschicht eingedrungen ist.

An der Decke befindet sich ein Wasserfleck

Die Ursache kann in einer Leitung, einem Badezimmer oder einer Wohnung oberhalb liegen. Neben Feuchtigkeitsmessungen kommen Druckprüfung, Kamerainspektion und kontrollierte Prüfungen einzelner Entnahmestellen infrage.

Eine Abwasserleitung könnte beschädigt sein

Da Abwasserleitungen normalerweise nicht dauerhaft unter Druck stehen, ist die akustische Ortung häufig weniger geeignet. Kamerainspektionen, Färbemittel oder kontrollierte Belastungsprüfungen können hilfreicher sein.

Warum werden häufig mehrere Verfahren kombiniert?

Jedes Verfahren liefert nur einen Teil der benötigten Informationen.

Eine Feuchtigkeitsmessung zeigt beispielsweise, wo Baustoffe feucht sind. Eine Druckprüfung zeigt, ob ein Leitungssystem undicht sein könnte. Die Thermografie macht Temperaturverläufe sichtbar und eine akustische Messung kann die Geräuschquelle eingrenzen.

Erst die Kombination dieser Ergebnisse ermöglicht häufig eine zuverlässige Bewertung. Gute Leckortung bedeutet deshalb nicht, möglichst viele Geräte einzusetzen. Entscheidend ist, die richtigen Verfahren in einer sinnvollen Reihenfolge zu verwenden.

Kann die Leckortung ohne Beschädigungen durchgeführt werden?

Die Untersuchung erfolgt häufig zerstörungsfrei oder zerstörungsarm. Wände und Böden müssen nicht ohne vorherige Eingrenzung großflächig geöffnet werden.

Für die Reparatur muss die beschädigte Leitung anschließend jedoch zugänglich gemacht werden. In manchen Fällen ist außerdem eine kleine Kontrollöffnung notwendig, um die Messergebnisse zu bestätigen.

Das Ziel besteht darin, die erforderliche Öffnung möglichst genau zu planen und unnötige Schäden zu vermeiden.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag „Zerstörungsfreie Leckortung: Wasserlecks präzise finden“.

Was gehört zu einer professionellen Leckortung?

Moderne Geräte allein reichen nicht aus. Eine professionelle Leckortung umfasst:

  1. Aufnahme und Bewertung des Schadenbildes
  2. Prüfung möglicher Ursachen
  3. Auswahl geeigneter Messverfahren
  4. fachgerechte Durchführung der Messungen
  5. gemeinsame Bewertung aller Ergebnisse
  6. möglichst genaue Eingrenzung der Schadstelle
  7. verständliche Dokumentation
  8. Empfehlung der nächsten Schritte

Besonders wichtig ist, dass Kunden nachvollziehen können, was gemessen wurde und weshalb eine bestimmte Stelle als Schadensbereich gilt.

Leckortung mit moderner Messtechnik in Frankfurt und Rhein-Main

Nuvesa führt professionelle Leckortungen in Frankfurt und im gesamten Rhein-Main-Gebiet durch. Unsere eigenen, intensiv geschulten Mitarbeiter wählen die Messtechnik passend zum Schaden aus und bewerten die Ergebnisse auf Grundlage ihrer praktischen Erfahrung.

Als inhabergeführtes Unternehmen legen wir Wert auf persönliche Ansprechpartner, verständliche Erklärungen und eine nachvollziehbare Dokumentation. Wird eine Leckage festgestellt, können wir unsere Kunden bei Bedarf auch bei der technischen Trocknung und der anschließenden Sanierung unterstützen.

Sie haben eine feuchte Wand, einen Wasserfleck an der Decke oder vermuten eine beschädigte Leitung? Kontaktieren Sie uns. Wir besprechen mit Ihnen, welche Untersuchung für Ihr Schadenbild sinnvoll ist.

Häufig gestellte Fragen

Welches Verfahren findet ein Wasserleck am zuverlässigsten?

Es gibt kein einzelnes Verfahren, das für jeden Schaden optimal ist. Die Auswahl hängt von Leitung, Gebäudeaufbau und Schadenbild ab. Häufig werden mehrere Methoden kombiniert.

Ist Thermografie dasselbe wie Leckortung?

Thermografie ist eines von mehreren Verfahren der Leckortung. Sie zeigt Temperaturunterschiede und liefert Hinweise, muss aber fachgerecht interpretiert werden.

Ist das bei der Leckortung verwendete Prüfgas gefährlich?

Für die Leckortung werden dafür vorgesehene Gasgemische fachgerecht eingesetzt. Welches Verfahren möglich ist, entscheidet der Leckorter anhand der Leitung und der Situation vor Ort.

Kann ein Leck geortet werden, ohne den Boden zu öffnen?

Die Schadstelle lässt sich häufig zunächst ohne Öffnung eingrenzen. Für die Reparatur der beschädigten Leitung ist anschließend normalerweise eine gezielte Öffnung erforderlich.

Warum reicht eine Feuchtigkeitsmessung allein nicht aus?

Die Feuchtigkeitsmessung zeigt, wo sich Wasser ausgebreitet hat. Die eigentliche Leckage kann jedoch an einer anderen Stelle liegen. Deshalb werden häufig weitere Verfahren benötigt.

Wasserschaden? Wir helfen sofort.

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